Spannende Diskussionen beim „Landtagswahl-Check“ am Graf-Zeppelin-Gymnasium

Am Donnerstag, den 23.März 2017 fand am Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen das vierte Jahr in Folge ein politischer Vormittag statt. Dabei ging es vor allem darum, jungen Menschen einen Einblick in die Politik zu gewähren und sie mit der Parteienlandschaft Deutschlands vertraut zu machen.

 

Für die Organisation war das Neigungsfach Gemeinschaftskunde der Kursstufe 2 (ein Kooperationskurs des Graf-Zeppelin- und des Karl-Maybach-Gymnasiums) verantwortlich. Die über 200 anwesenden Schüler beider Gymnasien hatten die Chance, in einer neunzigminütigen Podiumsdiskussion und einer ebenso langen Parteienmesse mit Politikern ins Gespräch zu kommen und über aktuelle politische Themen zu diskutieren.

Durch die Wahl des Themas „Landtagswahl-Check“ bestimmte die Kursstufe indirekt die Teilnehmerliste und lud alle im Landtag vertretenen Parteien zur Podiumsdiskussion ein. Die AfD reagierte nicht auf die Einladung und war deshalb auch nicht anwesend. Als Schwerpunktthemen der Debatte wurden die Themen „Infrastruktur“ und „Soziales“ festgelegt. Dafür wurde mit Prof. Dr. Behnke von der ZU Friedrichshafen zusätzlich noch ein ausgewiesener Experte eingeladen, welcher die Diskussion immer wieder mit fachlichem Input bereicherte und zeigte, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen ZU und Schulen schlummert.

Die Moderatoren Joana Neflin, Niklas Sieweke und Daniel Hertkorn stellten kritische Fragen mit Bezug auf das Wahlprogramm des letzten Landtagswahlkampfes. Dabei hatte letztendlich jede Partei die Chance, sich zu jedem Themenkomplex zu äußern. Obwohl die Stimmung auf dem Podium sehr harmonisch war, entwickelten sich durchaus spannende Diskussionen, vor allem als die Parteienvertreter Christian Natterer (CDU, Bundestagskandidat), Martin Hahn (Grüne, Landtagsabgeordneter), Christian Steffen-Stiehl (FDP, Bundestagskandidat) und Leon Hahn (SPD, Bundestagskandidat) über den umstrittenen Länderfinanzausgleich, soziale Gerechtigkeit und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs debattierten.  

Dass das Interesse der Schüler danach geweckt war, konnte man vor allem bei der anschließenden Parteienmesse beobachten, bei welcher viele noch einmal die Möglichkeit wahrnahmen mit den Politikern zu diskutieren und von der Podiumsdiskussion angestoßene Themen zu vertiefen. Hierbei wurden zusätzlich noch die Linke, die Landeszentrale für politische Bildung und das Jugendparlament eingeladen.

Es war deutlich spürbar, dass alle anwesenden Vertreter versuchten, Politik so greifbar und zugänglich wie möglich zu gestalten, die Schüler brachten ihr politisches Interesse durch gezieltes Nachfragen prägnant zum Ausdruck. Das Bild einer sehr informativen, aber durchaus lebhaften Veranstaltung führte letztendlich auch dazu, dass die Organisatoren den politischen Vormittag als vollen Erfolg bewerteten. Dieser Erfolg wird vor allem durch die Erkenntnis verstärkt, dass es die negativen Schlagworte des heutigen Politikzeitalters nicht ans Graf-Zeppelin-Gymnasium geschafft haben. Die Veranstaltung kann deshalb auch als eine klare Absage an Politikverdrossenheit und Populismus verstanden werden. Die Schulleitung und alle Teilnehmer sind sich einig, dass die kleine Tradition des politischen Vormittags unbedingt fortgeführt werden muss.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier. 

Daniel Hertkorn